Evangelische Landeskirche Anhalts

Ausstellung zur Friedensbewegung in der DDR

Dessau-Roßlau, am – Eine Ausstellung über die Friedensbewegung in der DDR, die in der evangelischen Kirche begonnen hatte, ist vom 10. Juni bis 7. Juli in vier anhaltischen Kirchen zu sehen. Die Schau trägt den Titel „Der gefährliche Schmied“ und nimmt Bezug auf die Aktion „Schwerter zu Pflugscharen“, die in den 1980er Jahren im Zentrum der Auseinandersetzungen zwischen DDR-Führung und Friedensbewegung stand. Eröffnet wird die Ausstellung, die vom Martin-Luther-King-Zentrum Werdau konzipiert wurde und 21 Schautafeln umfasst, am Dienstag, 10. Juni, 10.00 Uhr, in der Coswiger Kirche St. Nicolai.

Dazu werden auch Zeitzeugen aus Anhalt erwartet. Das Thema „Frieden“ steht auch im Mittelpunkt des 7. Anhaltischen Kirchentags am 28./29. Juni in Köthen. Zeitzeugen bei der Eröffnung: Oberkirchenrat i.R. Siegfried Schulze (Dessau), Pfarrer Dietrich Bungeroth (Dessau, 1981-1989 Landesjugendpfarrer in Anhalt) Präsentation der Ausstellung in Anhalt • 10.-18. Juni, St.-Nicolai-Kirche Coswig (Mo-Do 9.00-14.30 Uhr, Fr 9.00-12.00 und nach Vereinbarung) • 19.-22. Juni, St.-Bartholomäi-Kirche Zerbst (geöffnet 20. und 21. Juni, 11-17 Uhr, 22. Juni nach dem Gottesdienst bis ca. 13.00 Uhr) • 23.-29. Juni, St.-Agnus-Kirche Köthen (10-12 und 14-16 Uhr, am 29.6. 9.30-14.30 Uhr, auch im Rahmen des Anhaltischen Kirchentags am 28./29.6.) • 30. Juni – 7. Juli, St.-Marien-Kirche Roßlau (Mo-Fr 9-12 Uhr und zu Gottesdienstzeiten) Infos: Pfarrer Dietrich Bungeroth, Tel. 0340 / 61 48 95 Ausführliche Infos zur Friedensbewegung und zur Aktion „Schwerter zu Pflugscharen“ ------------------ Hintergrund 1982/83 befanden sich die Auseinandersetzungen um die staatsunabhängige Friedensbewegung in der DDR auf ihrem Höhepunkt. Aus diesem Anlass erarbeitete das Martin-Luther-King-Zentrum Werdau 25 Jahre später, im Jahr 2007, eine Wanderausstellung über die Bewegung „Schwerter zu Pflugscharen“. Mit ihren Symbolen trug die Friedensbewegung in der DDR, die in der evangelischen Kirche begonnen hatte, die Botschaft der Gewaltfreiheit über Kirchenmauern hinaus in die Öffentlichkeit. Diese Zeichen förderten das Zusammengehörigkeitsgefühl von Kritikern des militarisierten Staates. Ein Staat mit außenpolitischem Friedens- und Abrüstungsanspruch bekam plötzlich Angst vor eigenen Friedenssymbolen, als diese von Bürgern aufgegriffen wurden und sich ideologischer Kontrolle entzogen. So wurde der friedfertige Mann der sowjetischen Skulptur, der die biblische Vision „Schwerter zu Pflugscharen“ (Micha 4) versinnbildlichte, zum „gefährlichen Schmied“, den die Staatsführung meinte bekämpfen zu müssen. Unter diesen Zeichen führte die DDR-Friedensbewegung ihre Aktionen. Das forderte den Staat heraus, gegen Friedensbewegte vorzugehen. Viele hielten diesem Druck stand. Bis hin zur Friedlichen Revolution 1989 und bis zum Verfassungsentwurf des Runden Tisches begleiteten diese Symbole die Bürgerbewegung. Auch die Friedensbewegung des vereinigten Deutschland mahnt mit den in der DDR hart umstrittenen Zeichen Abrüstung, zivile Konfliktbearbeitung und eine gewaltfreie Gesellschaft an. Dessau-Roßlau, 5. Juni 2008