Viel mehr als winzig: Das Archiv und die anhaltische Kirche
Die Evangelische Landeskirche Anhalts ist eine kleine Kirche. Sie ist auch die einzige Körperschaft öffentlichen Rechts, deren religiöses, soziales und kulturelles Engagement sich auf Anhalt erstreckt. Sie ging 1919/20 aus der Landeskirche des Herzogtums hervor. Damit knüpft sie an Strukturen an, deren Anfänge im Hochmittelalter liegen. Doch erst auf der Grundlage der von Wittenberg, Zürich und Genf aus angestoßenen Reformation im 16. Jahrhundert entstand, in enger Verknüpfung mit dem Staat der Fürsten von Anhalt, eine eigenständige evangelische Kirche.
Das landeskirchliche Archiv versteht sich als Gedächtnisstütze für diese Kontinuität, die sich in der Gegenwart fortsetzt. Denn nur eine selbstbewusste Kirche, die ihre Wurzeln kennt, die sich das Gespür für das Gewachsene und Gewordene erhält, aber auch den kritischen Blick darauf schärft, kann sich in der Gegenwart behaupten.