St. Johannis Dessau
Die St.-Johannis-Kirche wurde als lutherische Kirche im reformierten Anhalt im Jahr 1702 in Dienst genommen, um den vielen zugezogenen Lutheranern eine eigene Heimstatt zu geben. Sie wurde im schlichten spätbarocken Stil mit klassizistischen Elementen nach Entwürfen des kurbrandenburgischen Baumeisters Martin Grünberg erbaut und erlebte in den Folgejahren mehrere bauliche Veränderungen (Orgeln, Innenausstattung, Turm). Bei Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg wurde sie 1944/45 zerstört und 1955 in schlichter Form wieder aufgebaut.
Anfang der 90er Jahre folgte dann eine Grundsanierung, neuer Außenputz wurde aufgebracht. Die Johanniskirche hat rund 350 Sitzplätze im Kirchenschiff, mit Emporen und Extrabestuhlung finden hier 900 Besucher Platz. Im begehbaren Turm hängen zwei Glocken. Das mechanische Uhrwerk ist über 100 Jahre alt. Es wurde 2005 restauriert, ebenso 2006 die Ziffernblätter 2006 und 2009 die Portale sowie die Heizung. St. Johannis liegt am Lutherweg Sachsen-Anhalt.
Die St.-Johannis-Kirche beherbergt drei Tafelgemälde aus den Werkstätten der Cranachfamilie.
• Die Kreuzigung – Lucas Cranach d.Ä. (vor 1523) mit Johannes, Mutter Maria, Maria Magdalena, Johannes d. Täufer und Franziskus von Assisi.
• Jesus am Ölberg – Lucas Cranach d.J. (um 1561) Gethsemaneszene und Fürst Georg III.
• Das Dessauer Abendmahl – Lucas Cranach d.J. (1565) mit den Köpfen der großen deutschen Reformatoren, in der Jüngerschar befinden sich z.B. Luther, Bugenhagen, Jonas, Melanchthon und Georg III.
Die Gemälde stammen aus der im Zweiten Weltkrieg zerstörten und später wieder aufgebauten Stadt- und Schlosskirche St. Marien Dessau, wurden im Krieg ausgelagert und nach 1990 mit großem Aufwand restauriert. Sie fanden 1992 in St. Johannis eine neue Heimstatt. Die Gemeinde ist durch die Vereinigung der beiden Kirchengemeinden im Jahre 1967 Eigentümerin der Gemälde.
Besonderheiten im Innenraum: • Glocke aus St. Marien (Bronze, um 1440) • Taufstein von St. Johannis (Tobias Wilhelmi, 1695) • Kruzifix (Jugendstilarbeit aus dem Mausoleum Dessau) • vier farbige Kirchenfenster (F. Johannknecht, W. & S. Gehrhardt) • Eule-Orgel (Bautzen, 1990 eingebaut), Orgelprospekt (G. Gaudl) • seit 1983 Ausstellung zu den Kirchen St. Johannis und St. Marien, Informationen zu Baugeschichte und Reformationszeit, aktualisierte Tafeln zu den »Gebeten um Erneuerung« 1989/90, zu Orgelbau und den Cranachgemälden • »Ort der Stille« mit Lesematerial und der Möglichkeit, zu beten und eine Kerze anzuzünden
Bauzeit: 1702
Baustil: barock
Besonderheiten: Cranach-Gemälde, Eule-Orgel von 1991
sdf- St. Johannis Dessau
- 06844 Dessau-Roßlau
- Johannisstraße 8